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Ein kleines Stück Fortuna

deinfussballclub.de - Der echte Fussball Manager 6803.

So viele Menschen haben sich mittlerweile bereit erklärt, für 40 Euro ein kleines Stückchen Fortuna Köln zu kaufen. Wenig Fußballinteressierte, die Anfang April nichts von Dein Fußballclub mitbekommen haben.

Auf der Startseite lungert Fußballmärchenonkel Sönke Wortmann im blauen Blazer umher, wenigstens die Vereinsfarben hätte der Projektpate beachten können. DFC, wie die Mitglieder es liebevoll abkürzen, soll in einem Jahr 30.000 Menschen versammelt haben, um den an Tradition nicht gerade armen Fünftligisten teils recht basisdemokratisch wieder in glorreiche Zeiten zu führen.

Nun kann man ein wenig Mathelehrer spielen und Anmeldungen pro Tag hoch und runter rechnen – nach einem Drittel der Zeit nicht mal ein Viertel der angestrebten Mitgliederzahl, das ist (EM und Sommerloch hin und her) ausbaufähig und wird am Ende wohl nicht reichen.

Aber Zahlen sind Schall und Rauch und auch nur schwarze Pixel. Viel erstaunlicher – und das wird in den entsprechenden Foren auch immer wieder betont – ist der Fakt, dass stetig neue Mitglieder dazu kommen. Jeden Tag entschließt sich eine zweistellige Anzahl von Fußballfans dafür, knapp
den Preis eines Premiere-Jahresabos anderweitig in Fußball zu investieren. Ich glaube nicht, dass diese Menschen im April 2009 nur deshalb wieder nach Hause geschickt werden, weil das ziemlich stolze Ziel von 30.000 Mitglieder nicht erfüllt wurde.

Eher sollte Sönke Wortmann sein Jackett versteigern und den Fehlbetrag von den nieversiegenden Sommermärchen-Tantiemen ausgleichen.

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“Sie sollen mir Zigaretten reinschmeißen”

Fußballer und Raucherin

Ich saß übrigens mal mit Super-Mario in einer Talk-Show. Als jemand unvermittelt „90 Sekunden Werbepause“ rief, ist Basler aufgesprungen, in den Vorraum gesprintet, hat dort eine Zigarette angemacht, zweimal dran gezogen, hat sie weggeschmissen, ist dann zurück ins Studio gerannt, um in Sekunde 89 wieder freundlich lächelnd neben mir zu sitzen. Nie vorher und nachher habe ich ihn so schnell erlebt.

Ab welcher Fußballligenklassenebene gibt es eigentlich ein Rauchverbot? Kreisklasse – nöp. Wenn der Vorsitzende des örtlichen Raucherclubs seit einem halben Jahrzehnt unangefochten die Torjägerliste anführt und Aufruhr herrscht, wenn der Kippenautomat neben dem Vereinsheim wieder mal wegen Überfüllung geschlossen ist, weiß man schon, was los ist.

Oberliga? Ich vermute teaminterne Regeln, nach der Raucherkicker ein halbes Jahr Zeit haben, es sich abzugewöhnen. Sonst: Extrarunden. Lange keinen öffentlich schmökenden Fünftligisten mehr gesehen. Die Gelegenheitsraucher holen ihr Nikotindefizit wahrscheinlich in ausufernden Rauch-Orgien bei der Aufstiegsfeier nach.

Profifußball? Des Feldes verwiesene Bundesjogis mal ausgenommen, ist der deutsche Oberklassenfußball so rauchfrei wie eine Säuglingsstation in Oberbayern. Zumindest in der öffentlichen Ansicht und nach dem Willen der DFL-Imageberater. Wenigstens für die Zuschauer existiert das eine oder andere Luntenschlupfloch.

Noch.

Bald wird es Rauchblöcke geben, von doppelt-mannshohen Plexiglasscheiben von den Vernünftigen abgetrennt. Die Raucher werden von Krankenhauszivis mit Atemschutzmasken zum Stadion hin und wieder zurückgeleitet, nach dem Spiel trifft man sich auf dem nächstgelegenen Rübenacker zum Zigarettenmarkenbattle. Gunter Apunkt Pilz muss umschulen, in Eckkneipen wird wieder investigativ recherchiert, und zur WM 2014 in Brasilien dürfen nur noch ausgewiesene Nichtraucher nach Südamerika einreisen.

Smoker are the new Hooligans.

EPILOG

Wenn ich sterbe, möchte ich unbedingt Zigaretten mit auf die lange Reise nehmen. Keine Blumen bitte! Sie sollen mir Zigaretten reinschmeißen.

foto_Todd Ehlers